Diejenigen, die mich kennen, werden dir über mich sagen, dass ich ein echter Ziel-Erreicher bin. In dem Moment, wo sich bei mir ein Problem, ein Stolperstein in den Weg legt, kommt meine innere Lösungsfinderin und schafft es mit Leichtigkeit solche Hürden zu überwinden. Meine kreativen, fokussierten und zielorientierten Qualitäten dienen mir hervorragend, wenn es darum geht, mein Unternehmen aufzubauen, Kurse zu kreieren, umzusetzen und meine Kunden erfolgreich zu begleiten.

 

 

Auf der anderen Seite war diese Stärke oftmals auch meine größte Schwäche! Mir fiel es viel schwerer mal NICHTS zu tun! Als mir das bewusst wurde, habe ich mich dazu entschieden, dass ich mir nun jeden Tag Zeit nehme NICHTS zu tun! WOW, das war echt schwierig am Anfang! NICHTS? ICH? Wie geht nichts?!?! Für eine lange Zeit war ich sehr überzeugt davon, dass Meditation nichts für mich sei. In meiner Vorstellung bedeutete meditieren nämlich - im Schneidersitz auf dem Boden sitzen, die Hände auf den Knien abgelegt, Augen geschlossen und an nichts denken. Wer möchte sich das schon antun und warum eigentlich?

Und von vorne herein war für mich irgendwie klar: das ist nichts für mich. Gedanken abzuschalten war noch nie meine Stärke und wie soll man bitte an nichts denken?! In meinem Kopf ist es permanent laut, voll von Gedanken, die von links nach rechts, von oben nach unten schwirren. Das soll besser werden, wenn ich im Schneidersitz auf dem Boden sitze und versuche meine Mitte zu finden?!

Wann hat sich meine Meinung geändert? Eigentlich gar nicht, bis ich es mal wirklich ausprobiert habe. Warum weiß ich nicht, vielleicht hat mir meine Vorstellung von Meditation im Weg gestanden. Das Gefühl von meinem Gedankenkarussel nicht mehr absteigen zu können, hat mich aber glücklicherweise experimentierfreudig werden lassen. Und ich entdeckte, dass Meditation doch für mich gemacht ist. Und ich stellte fest: Beim Meditieren geht es nicht darum, an nichts zu denken - sondern sich darüber bewusst werden, dass Gedanken wandern, sie wandern zu lassen und sie bewusst wieder zurück zu lenken; zuzulassen, dass sich das Gedankenkarussel dreht, aber absteigen zu können. Und Meditation hilft mir dabei das Bedürfnis abzulegen, meine Gedanken kontrollieren zu wollen, erzwingen zu wollen, dass mein Kopf leise sein muss. Denn das muss er nicht. Es geht nur darum, den Lärm bewältigen zu können. Und sich das einzugestehen, kann ziemlich befreiend sein.

Um mich nun wirklich kurz zu fassen, komme ich auf den Punkt. Das grosse Missverständnis, der Grund, wieso wir (auf diese Weise) niemals zur Ruhe kommen und immer suchend bleiben werden ist - dass wir unseren Verstand mit unserem ICH assoziieren. Der Verstand, dessen Aufgabe es wäre, das Werkzeug für unser tägliches Leben zu sein, hat die Kontrolle übernommen. Ja, dies mag sich im ersten Moment etwas seltsam anklingen, aber prüfe selbst nach. Hast du dein Denken unter Kontrolle oder ist es andersrum? Das einzige, was uns von unserem wahren Selbst trennt, ist das ICH. Dieses Dilemma haben wir unserem hoch entwickelten Verstand zu verdanken. Und wenn wir dem Verstand die Führung belassen, wird unsere Vergangenheit immer unsere Zukunft bestimmen. Was bleibt noch übrig, wenn wir den Verstand weglassen? Unbewegt reines Gewahrsein.

Ab hier hat es keinen Sinn mehr, irgendwelche Beschreibungen abzugeben. Damit ist auch ersichtlich, dass es keinen spirituellen Weg zu gehen gibt und nichts zu erreichen, sondern darum, alle Wege wieder los zu lassen, um in den natürlichen Zustand zurück zu kehren. Was braucht es, um an das Gewahrsein zu kommen? Es ist keine Voraussetzung, dich nun in eine Höhle zu begeben, vegan zu ernähren und ein frommes Leben zu führen. Ganz im Gegenteil, bleib so wie du bist, aber gib dir natürlich auch den Raum, Neues zuzulassen. Das wichtigste überhaupt, und das geht vielfach immer wieder unter, ist authentisch zu sein. Die Menschen sind so verschieden wie der Fingerabdruck, und das ist gut so!

Ein sehr gutes Instrument, die Verstrickungen des Verstandes loszulassen, ist die Meditation. Um sich ernsthaft mit der Meditation auseinander zu setzen, braucht es meist eine starke innere Sehnsucht nach Hause zu kommen. Wobei die Sehnsucht in jedem von uns schon vorhanden ist, aber nicht als solche wahrgenommen wird. Das ist der Mangel, den wir versuchen in Materiellem, Erfolg, Macht und Liebe (im Aussen) zu kompensieren.

Jeder, der mit der Meditation anfängt, wird Anstrengung benötigen. Die wahre Meditation wird sich nach einer Weile einstellen. Wenn dieser Meilenstein „erreicht“ ist, fällt die Anstrengung weg und das Loslassen beginnt. Ab hier beginnt das Leben auch ausserhalb der Meditationsmatte in Gewahrsein zu verweilen. Das ist der Anfang, das ist das Leben in seiner reinen Form. Dazu muss dieser Artikel nicht mehr erklären, denn das ganze Wissen ist schon in jedem Menschen enthalten. Um das zu erkennen, muss es still werden.

Es gibt sooo viele Meditationswege. Ich starte jeden Tag mit einer anderen Meditation in den Tag. Diese antrainierte Qualität bringt mir mehr Gelassenheit und innere Ruhe! Herrlich! UND - mit dem Erschaffen dieses neuen Lifestyles bin ich interessanterweise noch erfolgreicher geworden und bin sogar die werdende Meditationslehrerin! MAGIC, nicht wahr?

Deshalb ist es sehr zu empfehlen, sich hin und wieder in die Stille zurück zu ziehen. Wir sind nicht alle dazu berufen, ein Leben als Mönch zu führen. Aber das hier und jetzt, wartet schon ganz geduldig auf dich/uns.

Ich denke, jeder der zu meditieren beginnt, sollte seine eigenen Erfahrungen machen, denn die Motivation sollte aus dem eigenen Inneren und den eigenen Erfahrungen gespeist sein. Wer einfach nur meditiert, weil es ihm empfohlen wurde, der wird eher nicht genügend Motivation aufbringen um über Jahre hinweg regelmäßig zu meditieren und dann große Veränderungen zu erschaffen.

Somit wünsche ich euch ein erfolgreiches Loslassen und freue mich auf viele Frauen und Männer in meinem neuen Yoga-Kurs!

Herzlichst, Nadja

 

 

 

 

 

2 Antworten

  1. Toller Post! Mach bitte weiter so mit der guten Arbeit :)

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